Als Hollywood in der Heide lag

Als Hollywood in der Heide lag
Die Filmstudios von Bundestorf

Vergessen und verwittert liegen heute drei Studiohallen im grünen Nirgendwo - Reste von "Hollywood in der Heide" am Rande von Niedersachsen. Nach dem Zweiten Weltkrieg quoll das kleine Bendestorf in der Nordheide über von Menschen.

Unter die vielen Flüchtlinge und Dorfbewohner mischten sich ab 1947 auch berühmte Schauspieler: Zarah Leander aß im Dorfkrug Kartoffelsuppe, Marika Rökk zeigte Tanzeinlagen auf dem Tresentisch. Unbelehrbare Nazis schmissen rauschende Feste für die Filmindustrie. Dazwischen versuchten traumatisierte Flüchtlinge als Hilfskräfte Fuß zu fassen. Bendestorf avancierte zur Filmhochburg und wurde in einem Atemzug mit den anderen großen Studios in Deutschland genannt: Berlin, München, Köln - und Bendestorf!

Hollywood in der Heide - das ist nicht nur ein nostalgischer Rückblick auf die frühen Filme der jungen Bundesrepublik. Es ist ein Blick auf eine Nachkriegsgesellschaft, die versuchte, wieder auf die Beine zu kommen und sich moralisch neu zu verorten. Eine Gesellschaft zwischen Durchschlawinern, Traumata und dem Wunsch nach Neuanfang. Eine Gesellschaft, die es vermied, zurück zu blicken und auch in der Filmindustrie jedes kritische Thema ausblendete. Die andererseits mit ihren Filmen versuchte, den traumatisierten Menschen wieder Mut zu machen fürs Weiterleben.

Dokumentarfilm
43 Minuten
Regie
Matthias Greving
Susanne Brahms
Drehbuch
Susanne Brahms
Matthias Greving
Sender
Radio Bremen
NDR
Förderung
nordmedia Fonds GmbH in Niedersachsen und Bremen